Das alte Gebäude des Thalia Theaters wurde von den Architekten Franz Georg Stammann und Auguste de Meuron konzipiert und 1843 gegenüber dem heutigen Bau errichtet. Der größere Neubau wurde 1912 unter Leitung des Regisseurs Leopold Jessner am Pferdemarkt, heute: Gerhart-Hauptmann-Platz, (Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen) mit 1300 Plätzen eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört, Ende der fünfziger Jahre restauriert und im Dezember 1960 wiedereröffnet.
Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble. Es gibt auf der großen Bühne ca. 1.000 Plätze, das Repertoire umfasst etwa 20 Produktionen, die täglich wechselnd oder in Blöcken gespielt werden. Pro Spielzeit gibt es etwa neun neue Premieren im Großen Haus am Alstertor.
oder Das verkaufte Lachen
nach dem Roman von James Krüss
Premiere: 31.10.2026
Bis heute fasziniert die Geschichte von Timm Thaler, der sein Lachen an einen teuflischen Baron verkauft und fortan jede Wette gewinnt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aus einfachen Verhältnissen stammend und durch seinen Handel reich geworden, geht er von Hamburg aus auf eine abenteuerliche Reise und muss bald erkennen, dass er mit seinem Lachen das Vertrauen der Menschen verloren hat und keine Freude mehr empfinden kann. Gemeinsam mit seinen Freund*innen macht er sich auf, sein Lachen zurückzuholen.
Katharina Birch wird den Kinderbuchklassiker fantasievoll auf die Bühne bringen und Freundschaft und Menschlichkeit erlebbar machen.
Regie: Katharina Birch
Bühne & Kostüm: Georg & Paul
Musik: Lars Ehrhardt
Licht-Design: Ralf Scholz
Dramaturgie: Susanne Meister
ab 10 Jahren
Dauer: 1 Std. 30 Min., keine Pause
Termine
Sa 31.10.2026, 15:00 | Premiere
Do 5.11.2026, 11:00
So 15.11.2026, 16:00und weitere Termine
Di 24.11.2026, 10:00
Di 24.11.2026, 12:30
Mi 25.11.2026, 11:00
Do 26.11.2026, 10:00
Do 26.11.2026, 12:30
Fr 27.11.2026, 10:00
Fr 27.11.2026, 12:30
Mo 7.12.2026, 11:00
Di 8.12.2026, 11:00
Mi 9.12.2026, 11:00
Mo 14.12.2026, 11:00
Di 15.12.2026, 10:00
Di 15.12.2026, 12:30
Mi 16.12.2026, 10:00
Mi 16.12.2026, 12:30
Do 17.12.2026, 10:00
Do 17.12.2026, 12:30
Fr 18.12.2026, 10:00
So 27.12.2026, 17:00
Fr 1.1.2027, 16:00
Do 7.1.2027, 10:00
Do 7.1.2027, 12:30
Fr 8.1.2027, 10:00
»Ein Mann kommt aus dem Krieg. Einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist.«
Er ist müde, aber er kann nicht schlafen. Er will sterben, aber selbst der Tod will ihn nicht. Für die nach Neuanfang und Vergessen lechzende Nachkriegsgesellschaft werden der versehrte Körper und die gebrochene seelische Verfassung des Kriegsheimkehrers Beckmann zum Symptom einer Erfahrung, der sie keinen Ort zugestehen will. Wie in einer Gesellschaft leben, die mit dem Dunkeln, der Scham und der Schuld nichts zu tun haben will? Auf seiner Suche nach Wärme hofft er, das große Schweigen zu durchbrechen.
Im November 1947 feierte Draußen vor der Tür in Hamburg Uraufführung und avancierte zu einem der wichtigsten Dramen der Trümmerliteratur. In seinem Werk verarbeitet Wolfgang Borchert (1921–1947) auf einzigartige Weise die deutsche Nachkriegsgesellschaft.
Regie: Ran Chai Bar-zvi
Bühne: Ran Chai Bar-zvi
Bühnenbildmitarbeit: Charlotte Krieger
Kostüm: Marilena Büld
Musik: Lukas Darnstädt
Dramaturgie: Endre M. Holéczy
Termine
Sa 21.11.2026, 19:30 | Premiere
So 22.11.2026, 18:00
Sa 28.11.2026, 20:00und weitere Termine
Sa 5.12.2026, 20:00
Do 10.12.2026, 19:30
So 13.12.2026, 19:00
Mi 16.12.2026, 20:00
Mi 13.1.2027, 20:00
So 17.1.2027, 15:00
Mo 15.2.2027, 20:00
Di 23.3.2027, 20:00
Sa 3.4.2027, 15:00
Fr 9.4.2027, 20:00
Do 20.5.2027, 20:00
Zwei Herzen, eine Liebe – und eine Welt, die sie zu zerstören droht. Ferdinand liebt Luise und Luise liebt Ferdinand. In ihrer Liebe liegt eine besondere Schönheit: die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit, die Hoffnung auf Freiheit und der Mut, dem eigenen Gefühl zu vertrauen. Doch was geschieht, wenn ein Gefühl, das grenzenlos sein will, auf die Begrenztheit menschlicher Wirklichkeit trifft? Wo Liebe auf Macht stößt, beginnt ein gefährliches Spiel. Intrigen, Standesgrenzen und die Interessen der Mächtigen stellen das zarte Band zwischen den Liebenden auf eine Zerreißprobe. Schiller erzählt von der Sehnsucht nach einer Liebe, die den Menschen über sich selbst hinausführt – und von ihrer tragischen Verletzlichkeit. Mit einer Sprache von großer poetischer Wucht verleiht er dieser Sehnsucht ihre Stimme: in leidenschaftlichen Ausbrüchen, zärtlichen Bekenntnissen und einer Bildkraft, die das Unsagbare der Gefühle erfahrbar macht.
Erstmalig werden das Deutsche Theater Berlin und das Thalia Theater im Rahmen der Neu-Inszenierung von Kabale und Liebe kooperieren. In der Inszenierung von Anne Lenk spielen Ensemblemitglieder aus beiden Theatern abwechselnd in Berlin und Hamburg.
Regie: Anne Lenk
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostüm: Sibylle Wallum
Musik: Johannes Hofmann
Licht: Cornelia Gloth
Cornelia Gloth
Dramaturgie: Daniel Richter
Termine
Fr 4.12.2026, 0:00 | Premiere
So 6.12.2026, 15:00
So 10.1.2027, 19:00und weitere Termine
So 24.1.2027, 17:00
Do 15.4.2027, 20:00
Sa 8.5.2027, 15:00
Di 15.6.2027, 19:30
nach dem Roman von Fatma Aydemir in einer Fassung von Hakan Savaș Mican
Hüseyin ist tot. Dreißig Jahre hat er in Deutschland gelebt, gearbeitet, geschwiegen. Kurz vor seinem Tod kauft er eine Wohnung in Istanbul – als Versprechen auf ein anderes Leben. Zur Beerdigung kommt die Familie Yılmaz nach Jahren erstmals wieder zusammen.
Dschinns, der Bestsellerroman von Fatma Aydemir, erzählt aus sechs Perspektiven von Brüchen und Bindungen – und von dem, was eine Familie trotz allem zusammenhält. Jede Stimme legt neue Schichten frei, die sich erst im Zusammenspiel entfalten.
Hakan Savaş Mican webt diese Erzählfäden auf der Bühne zu einem feinen Geflecht. Die Familie begegnet sich neu – zwischen Erinnerung, Verlust und Zuneigung.
Regie: Hakan Savas Mican
Bühne: Alissa Kolbusch
Kostüm: Miriam Marto
Musik: Nils Ostendorf
Video: Sebastian Lempe
Dramaturgie: Elvin İlhan
Termine
Fr 6.11.2026, 20:00
Di 10.11.2026, 20:00
Do 26.11.2026, 20:00und weitere Termine
Fr 27.11.2026, 20:00
Mi 2.12.2026, 20:00
Mo 11.1.2027, 20:00
Fr 15.1.2027, 20:00
Do 18.2.2027, 20:00
Sa 27.2.2027, 15:00
Do 11.3.2027, 20:00
Mi 7.4.2027, 20:00
So 27.6.2027, 19:00
Die junge Dolmetscherin Eva wird kurzfristig zu einem Prozess gerufen, um vom Polnischen ins Deutsche zu übersetzen – über das, was in Auschwitz geschehen ist. Auf der Anklagebank: Männer aus der Mitte der Gesellschaft. Zum ersten Mal hört Eva von dem Unbegreifbaren, das die junge Bundesrepublik so gründlich unter einer aufschwungsglänzenden Fassade von Normalität verborgen hält. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Haben wir wirklich von all dem nichts gewusst?
Mit Deutsches Haus erzählt die Regisseurin Jorinde Dröse (Die Wut, die bleibt, Marschlande) vom Beginn einer Auseinandersetzung, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Der erste Roman der Drehbuchautorin Annette Hess (Ku’damm, Weissensee), der nun erstmals für die Bühne adaptiert wird, handelt von persönlicher Verstrickung – und von der Frage, wofür wir uns entscheiden: hinzusehen oder weiterzumachen, als wäre nichts geschehen.
Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Barbara Steiner
Kostüm: Juliane Kalkowski
Musik: Jörg Kleemann
Choreografie: Dorothea Ratzel
Licht: Paulus Vogt
Dramaturgie: Johanna Vater
Dauer: 2 Std., keine Pause
Termine
Sa 7.11.2026, 15:00
Di 17.11.2026, 20:00
Mo 7.12.2026, 20:00und weitere Termine
Di 29.12.2026, 20:00
Do 7.1.2027, 20:00
Sa 20.2.2027, 20:00
Mo 5.4.2027, 20:00
So 25.4.2027, 15:00
Ein Kuss, ein Beben, ein Helikopter-Eltern-Chaos: Zwei Jungen küssen sich auf dem Schulhof – und in der Vorstadt bricht augenblicklich der Ausnahmezustand aus. Zwischen Panik, Prinzipien und absurden Erziehungsdebatten suchen die Eltern verzweifelt nach der richtigen Reaktion. Dabei sind sich beide Paare sicher, auf der richtigen Seite zu stehen – bis die anderen Eltern sich einmischen.
Während sie sich in ihren Ängsten verlieren, mischen sich zwei überirdische Kräfte ein – mächtig, unberechenbar und mit einer Vorliebe für Drama: In Gestalt zweier Engel, Mitglieder des hochehrwürdigen Himmelsordens der queeren Wächter*innen, weisen sie den Weg in eine offenere Zukunft.
Der britische Autor Zak Zarafshan zerlegt in seinem Debütstück, einer rasanten Komödie, die bereits London im Sturm erobert hat, die Bruchstellen der Toleranz und die grotesken Reflexe einer überforderten Gesellschaft – und lässt dabei niemanden ungeschoren. Ein genial-komischer Theaterabend – herrlich hysterisch und verdammt wahr.
Deutsch von Lydia Dimitrow
Regie: Anne Lenk
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik/Komposition: Johannes Hofmann
Lichtdesign: Ralf Scholz
Dauer: 1 Std. 45 Min., keine Pause
Termine
Do 5.11.2026, 20:00
Mi 11.11.2026, 20:00
Sa 14.11.2026, 20:00und weitere Termine
Di 1.12.2026, 20:00
Fr 25.12.2026, 19:00
Fr 26.2.2027, 20:00
So 21.3.2027, 15:00
Wie wollen wir miteinander reden, leben, lieben? Wie viel Wahrheit vertragen wir? Wie viel Offenheit vertragen unsere Beziehungen? Wie viel Realität verträgt die Liebe? In bissigen Sprachduellen verhandelt Der Menschenfeind grundsätzliche Fragen zwischen radikaler Ehrlichkeit und lebbarem Kompromiss.
Le Misanthrope ist eine funkelnde Satire auf gesellschaftliche Heuchelei, die in ihrer existenziellen Tiefe bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Im Zentrum steht der unversöhnliche Konflikt zwischen konsequentem Idealismus und einer Welt, in der Selbstinszenierung und Lüge zu normalen Umgangsformen gehören. Themen wie soziale Anpassung, Moral im Alltag, Wunsch nach Authentizität, sowie Debatten um Lebens- und Beziehungsformen sind universell. In Zeiten von Social Media und Selbstoptimierung hat der Text aus dem Jahr 1666 eine verblüffende Aktualität.
Die dem Thalia Theater bereits lang verbundene und vielfach ausgezeichnete Regisseurin Jette Steckel – bekannt für ihre bildstarken und emotional dichten Werke – inszeniert Molières Komödie als Triptychon aus Musik, Film und Theater.
Aus dem Französischen von Frank-Patrick Steckel, In einer Fassung von Jette Steckel und David Heiligers
Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme:Pauline Hüners
Songwriting & Lyrics: UWE
Musik & Komposition: Matthias Jakisic
Sounddesign: Mark Badur
Video: Zaza Rusadze
Lichtdesign: Paulus Vogt
Dramaturgie: David Heiligers
Dauer: 2 Std. 15 Min., keine Pause
Termine
Fr 30.10.2026, 20:00
Di 3.11.2026, 20:00
So 8.11.2026, 19:00und weitere Termine
Di 8.12.2026, 20:00
Sa 26.12.2026, 19:00
Di 16.2.2027, 19:30
Mi 24.2.2027, 19:30
Do 18.3.2027, 19:30
Do 22.4.2027, 19:30
Mi 12.5.2027, 20:00
Hard Times entfaltet die industrialisierte Welt des 19. Jahrhunderts anhand eines Panoramas der düster-rauchenden Stadt Coketown. Der nüchterne Fabrikant Gradgrind erzieht seine Kinder Luisa und Tom nach dem Prinzip der reinen Vernunft. Mit ihnen wächst das warmherzige Zirkusmädchen Sissy auf. Luisa heiratet pragmatisch und lieblos den selbstgefälligen Banker Bounderby. Tom, der zunehmend verroht, gerät auf die schiefe Bahn. Und auch der ehrliche Arbeiter Blackpool wird zermahlen von einem System, das weder Not noch Moral oder Würde kennt.
Charles Dickens erzählt eine Geschichte von Profitdenken, sozialer Ungleichheit und menschlicher Entfremdung. Er zeichnet eine Welt, in der Gefühle als Schwäche gelten und nur zählt, was messbar ist: Fakten und Nutzen. Schwere Zeiten für jede einzelne der vielen Figuren, die an der Gefühlskälte dieser bürgerlichen Ideologie zerbrechen – aber auch die Chance für eine zarte, starke Kraft, die in ihnen allen steckt, sich dagegen aufbäumt und Hoffnung gibt: die Sehnsucht des Menschen nach Kreativität, Herzenswärme und Verbundenheit.
Regisseur Antú Romero Nunes wirft einen liebe- und humorvollen Blick auf eine Gesellschaft, die Zahlen über Herzen stellt – und begibt sich musikalisch und mit großem Ensemble auf die Suche nach Phantasie, Empathie und Solidarität.
Dramatisierung von Lucien Haug
Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Matthias Koch
Kostüme: Lena Schön, Helen Stein
Musik: Anna Bauer
Lichtdesign: Jan Haas
Dauer: 2 Std. 55 Min., inkl. Pause
Termine
So 1.11.2026, 15:00
Mo 9.11.2026, 20:00
Fr 11.12.2026, 20:00und weitere Termine
Allein auf seinem Segelschiff KATE MOSS. An Bord: ein Mann kurz vor Kap Hoorn. Das Ziel: die Welt umsegeln. In seinem Logbuch hält er Koordinaten, Tagesabläufe und Erkenntnisse fest. In einer Mehrstimmigkeit von Selbst- und Zwiegesprächen, Träumen, Visionen reift die Einsicht, dass „Freiheit ein Lehrberuf“ ist. Gegen Ende seiner Reise steht er vor einer Entscheidung: Soll er sich dem Zugehörigkeitswunsch zur Gesellschaft unterordnen oder doch im Trost der Einsamkeit seinen eigenen Weg gehen?
Christian Kortmann sagt: „Es geht mir um Fragen, die uns grundsätzlich in dieser Gesellschaft beschäftigen. Das Alleinsein und die Einsamkeit sind bei einem Einhandsegler das tägliche Brot, ja: die grundsätzliche Arbeitsbedingung. Der Protagonist sucht diese Einsamkeit und macht sie enorm produktiv. In der Beschäftigung mit den Einhandseglern ist mir auch das erste Mal der Begriff „Einsamkeitsliebe“ begegnet, den kannte ich so vorher noch nicht.“ (taz 13.2.2022)
Regie: Matthias Günther
Ausstattung: Nadin Schumacher
Mit: Tim Porath
Ein zerbrochener Krug steht am Beginn der Geschichte, die von Justizbetrug, Vertuschung, Gewalt und Scheinheiligkeit erzählt. Frau Marthe erscheint im Gericht, in den Händen den zerschlagenen Krug. Als Schuldigen will sie Rupprecht, den Verlobten ihrer Tochter Eve, ausmachen. Richter Adam will ohne weitere Prüfung die Verurteilung vollziehen, um den Vorgang schnell vom Hals zu haben. Doch ganz so einfach gestaltet sich der Prozess nicht. In Kleists böser Komödie ist Wahrheit der Gegenstand, der die Beteiligten am wenigsten interessiert. Hier wollen Verhältnisse gehalten und Macht gesichert werden. Doch zart und stetig bildet sich eine Gegenkraft, die die Mächtigen und ihre Mittel überführt.
Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Christina Schmitt
Kostüme: Annelies Vanlaere
Musik: Fabian Ristau
Video: Moritz Grewenig
Live-Kamera: Sibel Bicer
Lichtdesign: Paulus Vogt
Choreografie: Ursina Tossi
Dramaturgie: Nora Khuon
Dauer: 1 Std. 50 Min., keine Pause
Termine
Mi 4.11.2026, 20:00
Di 24.11.2026, 20:00
Sa 12.12.2026, 15:00
A Fluid Fairy Fantasy
von Bastian Kraft und Ensemble nach Hans Christian Andersen
Unter Wasser sehen wir Menschen unscharf, Formen verschwimmen, Körpergrenzen lösen sich auf, alles kommt ins Fließen. Gleiches passiert im Drag, der Kunstform, die durch extravagante Kostüme und Make-up Geschlechterrollen auflöst, Identitäten in Glitzer und Pailletten taucht und vor allem eine atemberaubende Show bietet. Hans Christian Andersens Märchen zeigt eine ebensolche Transformation: Eine Meerjungfrau verliebt sich in einen Menschen und möchte ihren Fischschwanz loswerden. Das Märchen endet bekanntermaßen tragisch. Vielleicht spiegelt es Andersens eigenes Schicksal wider, der sein Leben lang in seinen Jugendfreund verliebt war und diese Liebe nie leben konnte. Und gleichzeitig ist es eine Geschichte so alt wie die Menschheit selbst, von Nymphen, Nixen und Wassergeistern, von Verwandlung und der Befreiung aus der zugeschriebenen Rolle.
Regisseur Bastian Kraft taucht gemeinsam mit dem Ensemble und Stars der Hamburger Drag-Szene dorthin, wo Biografie und Märchen ineinanderfließen, um neue Narrative von Verwandlung und Befreiung auftauchen zu lassen.
Bei der Uraufführung am Schauspiel Zürich wurde diese besondere Inszenierung jubelnd gefeiert. Jetzt kommt sie in einer eigenen Version nach Hamburg.
Regie: Bastian Kraft
Kostüme: Sophie Reblr
Musik: Björn Sc Deigner
Video: Jonas Link
Live Kamera: Salya Fink
Sprache: Deutsch und Englisch mit Übertiteln in beiden Sprachen.
Dauer: 2 Std., keine Pause
Koproduktion mit Schauspielhaus Zürich
Termine
Do 19.11.2026, 20:00
Mi 25.11.2026, 20:00
So 29.11.2026, 20:00und weitere Termine
»Buckel hin, Falten her, auch mit schütterem Haar und steifem Nacken lässt es sich richtig rocken. Diesen Alten kann selbst der Tod nichts anhaben. Zum Heulen schön!«
(Hamburger Morgenpost)
Sie brauchen nicht vierzig Jahre zu warten, um Ihre Lieblingslieder von heute voll Nostalgie noch einmal zu hören. Sie müssen nicht darauf hoffen, dass die Enkel von Wim Wenders irgendwo in schäbigen Clubs einen Haufen alter Männer entdecken, die immer noch Ihre Musik spielen. Der Thalia Vista Social Club unter der Leitung von Erik Gedeon verschafft Ihnen den Genuss Ihres musikalischen Lebensabends schon jetzt! Um Jahrzehnte gealtert, macht sich sein Ensemble im Jahre 2040 auf die Suche nach der eigenen musikalischen Vergangenheit und landet, überraschenderweise, bei der Musik von heute. Ein musikalischer Abend mit einer schrägen Portion Altersweitsichtigkeit. Forever Young im Altersheim.
Der Thalia Vista Social Club läuft seit 2001 am Thalia und ist eine absolute Kultinszenierung.
Regie und Musikalische Leitung: Erik Gedeon
Bühne und Kostüme: Ulrich Frommhold
Dramaturgie: John von Düffel
Dauer: 2 Std., keine Pause
Termine
Fr 20.11.2026, 20:00
Mi 23.12.2026, 20:00
Do 31.12.2026, 13:30und weitere Termine
Drei Frauen suchen ihren Weg zwischen eigenen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Erwartungen: Als Helene sich unerwartet das Leben nimmt, versucht Sarah, ihre beste Freundin, ihre Leerstelle zu füllen – und verliert sich dabei selbst. Lola, Helenes Tochter, richtet ihre Wut gegen ein System, das Fürsorge fordert und Unsichtbarkeit schafft. Mareike Fallwickls Roman erzählt von Sozialisation und ungebrochenen patriarchalen Strukturen und gibt einem lange unterdrückten Gefühl Raum: der Wut. Die Inszenierung von Jorinde Dröse, koproduziert vom Schauspiel Hannover und den Salzburger Festspielen, bringt diese Wut kompromisslos, berührend und hochaktuell auf die Bühne. Jetzt am Thalia Theater.
Dramatisierung von Jorinde Dröse und Johanna Vater
Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Juliane Kalkowski
Musik: Jörg Kleemann
Choreografie: Suzan Demircan
Licht-Design: Erik Sonnenfeld
Dramaturgie: Johanna Vater
Dauer: 2 Std. 10 Min., keine Pause
Termine
Mo 23.11.2026, 20:00
Mo 7.12.2026, 20:00
Mi 9.12.2026, 20:00
von Ewald Palmetshofer frei nach Shakespeares King Henry IV
Ein faszinierendes Update des Königsdramas Heinrich IV. Bildstark, komödiantisch und mit großem Ensemble wird Shakespeare für heute erzählt.
Heinrich, vom Wahlvolk auch »Heinz« genannt, braucht dringend einen Nachfolger. Nicht nur ist er krank, es regt sich auch Protest im Land. Sein Sohn Harri ist leider nicht zu gebrauchen, der erkundet lieber mit Kneipenjunkie Falstaff den unteren Rand der Gesellschaft.
Doch die Karten werden neu gemischt, als der ehrgeizige Kämpfer Percy in der Provinz eine Rebellion niederschlägt.
Während man im Haus der Macht noch um die Nachfolge kämpft, sammelt sich in Flott's Container Club der Widerstand.
Hier feiert Falstaff mit Kronprinz Harri das Leben. Kann ihre Liebe über alle Grenzen hinweg bestehen? Kann Shakespeares beliebtester Anti-Held Würde und Menschlichkeit in der kalten Welt der Macht behaupten?
Sankt Falstaff handelt vom Auf- und Abstieg der Mächtigen, von einer gefährdeten Liebe und von Menschenwürde.
Das Stück der Stunde entlarvt eine Politik, die Populisten nach oben spült und gibt dem demokratischen Widerstand eine Stimme.
Es inszeniert die gerade zum Theatertreffen eingeladene bildstarke Regisseurin Luise Voigt.
Regie: Luise Voigt
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Maria Strauch
Musik: Friederike Bernhardt
Choreografie: Tony de Maeyer
Lichtdesign: Jan Haas
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Susanne Meister
Dauer: 3 Std., inkl. Pause
Termine
So 20.12.2026, 17:00
Sa 9.1.2027, 15:00
Mi 20.1.2027, 20:00
Ein Mann liebt eine Frau, die er noch nie gesehen hat. Diese Frau liebt wiederum einen Mann, der sich nur als solcher ausgibt und ansonsten eine Frau ist. Jene Frau liebt ersteren Mann, der aber glaubt, sie sei ein Mann. Dieses Liebeschaos vollzieht sich in Illyrien, einem wundersamen Ort am Meer, bevölkert von egozentrischen und närrischen Menschen. Doch wer glaubt, die Liebe sucht ihr Gegenüber, irrt. Das Zentrum der Liebe ist zumeist der oder die Liebende selbst. Die Liebe? Selbstrettung und Heilmittel für die wunde Seele. Aber einen Menschen gibt es in Illyrien, der anders ist, der Herzen aufweckt und Identitäten erweitert.
Gemeinsam mit dem Treppenhausorchester befragen Anne Lenk und das Ensemble die Möglichkeiten der Liebe in einer Welt, die sie verloren zu haben scheint.
Regie: Anne Lenk
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik/Komposition: Kostia Rapoport
Licht-Design: Jan Haas
Orchesterleitung: Thomas Posth
Dramaturgie: Nora Khuon, Susanne Meister
Wir danken der Claussen-Simon-Stiftung für ihre großzügige Förderung des Treppenhausorchesters und der Komposition für Was ihr wollt.
Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Thalia Theaters, über den Entstehungsprozess einer Inszenierung und die vielen alltäglichen Abläufe eines Theaters, ohne die sich der Vorhang abends nicht heben könnte. Wir führen Sie hinter die Kulissen der Großen Bühne, in den Schnürboden und in die Unterbühne, in den Malsaal und die Tischlerei und lüften einige Geheimnisse, die sonst hinter dem Eisernen Vorhang verborgen bleiben.
Das alte Gebäude des Thalia Theaters wurde von den Architekten Franz Georg Stammann und Auguste de Meuron konzipiert und 1843 gegenüber dem heutigen Bau errichtet. Der größere Neubau wurde 1912 unter Leitung des Regisseurs Leopold Jessner am Pferdemarkt, heute: Gerhart-Hauptmann-Platz, (Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen) mit 1300 Plätzen eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört, Ende der fünfziger Jahre restauriert und im Dezember 1960 wiedereröffnet.
Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble. Es gibt auf der großen Bühne ca. 1.000 Plätze, das Repertoire umfasst etwa 20 Produktionen, die täglich wechselnd oder in Blöcken gespielt werden. Pro Spielzeit gibt es etwa neun neue Premieren im Großen Haus am Alstertor.