Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Das Einfamilienhaus erscheint uns heute als natürliche Wohnform, ist aber eigentlich eine konservative Idee aus den 1950er Jahren: Als Teil von Konrad Adenauers innenpolitischem Versuch, die BRD als Bollwerk gegen den Kommunismus aufzustellen, wurden die gesetzlichen Grundlagen für den Bauboom von Einfamilienhäusern geschaffen.
Deren Architektur prägt bis heute, wie wir unser Leben in Gemeinschaft organisieren. Einfamilienhäuser haben den Speckgürtel außerhalb des urbanen Zentrums geformt, die Deutschen zu einer Autonation gemacht und zum Wirtschaftswunder der 1960er Jahre beigetragen. Und sie haben einer fragilen Nachkriegsgeneration Stabilität gegeben. Das Gefühl, als „Häuslebauer“ nun endlich auch zur sozialen Schicht der Eigentümer zu gehören, erstickte jegliche sozialistische Idee im Keim.
Dieser emotionale und politische Wert des Eigenheims wird bis heute von einer zentralen Protagonistin bestimmt: der Hausfrau. Entlang dieser historischen Symbolfigur, die uns heute als „Trad Wife“ im Internet begegnet, geht das Performance-Kollektiv hannsjana den Auswirkungen auf den Grund, welche die Baupolitik der 1950er Jahre auf das Leben von Frauen hat: überhitzte Städte, Wohnungsnot, kaputtgesparter öffentlicher Nahverkehr, Stress und Altersarmut.
In einer Performance zwischen Kochshow und Dokumentation berichten Hausfrauen-Veteraninnen von ihrem Einsatz für den Kampf gegen den Kommunismus zuhause am Herd. Das Künstler:innen-Kollektiv hannsjana fragt mit viel Witz und Musik nach alternativen Lebensformen und entdeckt das subversive Potenzial der Hausfrau neu. Sie reißen die Klappen der Einbauküche ganz weit auf und singen:
Auf diese Steine können Sie bauen /
Auf diese Steine können Sie scheißen /
Mit diesen Steinen können Sie schmeißen!
Regie: hannsjana
Komposition: hannsjana
Bühne und Kostüm: Àngela Ribera Adrover
Licht: Stefanie Franke
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
In Kooperation mit dem Stadtarchiv Kassel und dem Archiv der deutschen Frauenbewegung.
Termine
Fr 29.5.2026, 20:15 | Premiere
Do 18.6.2026, 20:15
Fr 19.6.2026, 20:15und weitere Termine
Fr 26.6.2026, 20:15
So 28.6.2026, 18:00
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Bewertungen & Berichte Auf diese Steine können Sie...
Tanz
物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß
Tanz-Uraufführung von Maura Morales
Premiere: 16.5.2026
„In meiner Choreografie reflektiere ich das Konzept von Mono no aware – der sanften Empfindsamkeit gegenüber der Vergänglichkeit. Es beschreibt die melancholische Traurigkeit, die uns überkommt, wenn wir die Zerbrechlichkeit der Welt und des Lebens erkennen. Doch diese Erkenntnis ermöglicht es uns auch, die Schönheit des Moments intensiver zu erleben, gerade weil er so flüchtig ist. Für mich geht es um das Spannungsfeld zwischen der Trauer über das Vergängliche und der Wertschätzung des Augenblicks. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Wissen um das Ende, das den Moment bittersüß macht, aber auch seine Schönheit verstärken kann. In diesem Zwiespalt finde ich eine tiefe, emotionale Wahrheit, die mich sowohl in der Literatur als auch im Leben begleitet und die auch Michios Leben prägte, welcher als Komponist und Lebenspartner ein wichtiger Begleiter auf dieser Reise hin zum Tanzabend Mono no aware ist.“
Die gebürtige Kubanerin Maura Morales analysiert die Zerbrechlichkeit des Lebens vor dem Hintergrund unserer neuen Gegenwart, in der neue Weltordnungen entstehen, Chaos, weltweite Flammenherde und die Rückkehr des Krieges zu einer neuen Normalität werden. Die Menschheit steht an einer Zeitenwende. Worauf müssen wir uns noch einstellen?
Die Choreografie ergründet die flüchtige Schönheit des Lebens und die fragilen Widerstände, die inmitten von Konflikten und gesellschaftlichen Brüchen aufbrechen, zeigt die Zerbrechlichkeit des menschlichen Seins und die ständige Bedrohung der Welt und wird zu einer Meditation über das Werden und Vergehen, während die Dunkelheit immer näher rückt.
Maura Morales und Michio Woigardt stehen für eine außergewöhnliche Verschmelzung von Tanz und Musik. Maura Morales bringt eine tiefgehende, emotionale Ausdruckskraft in ihre Choreografien, während Michio Woigardt mit seiner Musik die philosophischen und ästhetischen Konzepte der Bewegung intensiv unterstützt. Ihre Zusammenarbeit verbindet kreative Disziplinen auf einzigartige Weise und schafft ein beendruckendes Zusammenspiel aus Klang und Bewegung, das die Wahrnehmung und das Erleben des Publikums auf eine neue Ebene hebt.
Choreographie: Maura Morales
Bühne: Anna-Maria Peter
Bühnenbild-Mitarbeit: Thorsten Teubl
Kostüme: Maura Morales
Mitarbeit Kostüme: Anna-Maria Peter
Sounddesign: Michio Woirgardt
Licht: Oskar Bosman, Florian Mohr
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Termine
Fr 29.5.2026, 19:30
So 7.6.2026, 18:00
Mi 10.6.2026, 19:30und weitere Termine
物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte 物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß
Schauspiel
Revolution ist machbar, Herr Nachbar!
Ein Abend über 1968 und die Getty-Zwillinge von und mit Rainald Grebe
Premiere: 6.6.2026
Die Kasseläner Zwillinge Jutta und Gisela treibt es raus aus der Provinz, bestenfalls direkt in die Geschichtsbücher — oder wenigstens in die Boulevardpresse. Im Trubel der 68er-Revolte zieht es das jugendliche Schwesternpaar vom Avantgardefilm in revolutionäre Zellen nach Bochum und Berlin. Nach kurzlebigen Ehen landen sie plötzlich in Rom, begegnen Filmgrößen wie Federico Fellini und verwickeln sich in ein spektakuläres Geiseldrama mit der italienischen Mafia um Paul Getty III, den Enkel des reichsten Mannes der Welt. Sie nehmen alle verfügbaren Drogen und prügeln sich in Hollywood um Bob Dylan. Sie meistern die Selbstinszenierung als It-Girls der 68er, bevor sie mit Rainer Langhans im sogenannten Harem „den Marsch durch die inneren Institutionen“ antreten, um sterben zu lernen.
Und (fast) genauso der Liedermacher und Kabarettist Rainald Grebe: aus der rheinischen Provinz ohne Kohle nach Berlin. Nach vielen Alben, Konzertreisen auf der ganzen Welt und überlebten Schlaganfällen steht er live auf der Bühne im Kasseler Schauspielhaus und spürt nach, was jetzt bleibt von der nie geschehenen Weltrevolution einer sterbenden Generation. Mit Liveband, Geräuschemacherei und jungen Filmschaffenden reflektiert er Anfang und Ende jenes langen Marschs, vom Underground über Umwege ins Altersheim.
Regie:
Bühne: Jürgen Lier
Kostüme und Objekte: Janna Skroblin
Musik: Jens-Karsten Stoll
Geräuschemacherin: Mareike Trillhaas
Licht: Brigitta Hüttmann
Video: Lorenz Dauber
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Alexander Olbrich, Felix Linsmeier
Termine
Di 2.6.2026, 19:00 | Voraufführung
Sa 6.6.2026, 19:30 | Premiere
Di 9.6.2026, 19:30und weitere Termine
Do 11.6.2026, 19:30
Fr 19.6.2026, 19:30
Sa 20.6.2026, 19:30
Mi 24.6.2026, 19:30
Fr 26.6.2026, 19:30
So 28.6.2026, 16:00
Fr 18.9.2026, 19:30
Bewertungen & Berichte Revolution ist machbar, Herr Nachbar!
Schauspiel
vor die hunde
ein Auftragswerk von Nora Mansmann
in einer Bearbeitung von Sarah Franke
"vor die hunde (UA)" ist eine szenische Collage von Wanderbewegungen aus Deutschland nach Brasilien seit dem 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht das deutsch-brasilianische Paar Marlene und Rosa. Um sie herum werden Schlaglichter auf verschiedene Zeitepochen geworfen. Menschen, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen haben, die sich (gewaltvoll) ein neues Zuhause geschaffen haben oder sich eben nie ganz heimisch fühlen konnten.
Vor knapp 500 Jahren hat sich Hans Staden aus Nordhessen auf den Weg gemacht und ist auf der Suche nach einem besseren Leben gleich zweimal zufällig in Brasilien gelandet. Danach schreibt er das erste deutschsprachige Buch über Südamerika: eine aus heutiger Sicht reißerische Schilderung von Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung. In seiner Heimat fast vergessen, ist er in Brasilien bis heute eine bekannte Figur.
Die aus Kassel stammende Autorin Nora Mansmann verwebt die Erfahrungen von Staden mit denen, die Rosa und Marlene heute machen und die Andere in den 500 Jahren dazwischen gemacht haben. Eine vielschichtige Erzählung über Kolonialismus, Rassismus und die Verflechtung europäischer und südamerikanischer Geschichte. Immer wieder machen Menschen sich auf den Weg von Deutschland nach Brasilien. Emilie - die Frau des Kolonisten, die mit ihrem Mann nach Brasilien muss. Maria Kahle, die Nazipropagandistin, die zufällig dort war, als der erste Weltkrieg ausbrach. Stefan Zweig, der in Brasilien den Sehnsuchtsort gefunden hat, der das zerstörte Europa für ihn nicht mehr sein konnte. Und Rita, die Auswanderin - auch auf der Suche nach dem besseren Leben mit „Samba, Sonne, Lebensfreude.“
Eine Konfrontation mit Geistern der Vergangenheit und der Gegenwart: Stimmen aus der Kolonialgeschichte mischen sich ein, Hunde und Geister widersprechen einander. Die drohende Apokalypse ist als ständige Krise in den Lebensrealitäten der Figuren spürbar. Ein Scharfstellen auf einen Punkt in der Geschichte auf das Jetzt und doch die Gewissheit, das kann nicht das Ende sein, es wird weitergehen. Machen wir etwas anders?
vor die hunde (UA) ist die erste Arbeit für das Staatstheater Kassel der Autorin und Theatermacherin Nora Mansmann. Andere Arbeiten waren bereits zu sehen am Theater Osnabrück, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach Die Troerinnen: 2nd Season (UA) und Milch & Schuld (UA) ist dies Sarah Frankes dritte Regiearbeit am Staatstheater Kassel.
Regie: Sarah Franke
Choreographie: Gili Goverman
Autorin: Nora Mansmann
Kostüme: Isabell Heinke
Bühne: Ann-Christine Müller
Musik: Felix Thewanger
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Termine
So 21.6.2026, 20:15
Mi 24.6.2026, 19:30
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Musical frei nach Lewis Carroll / für alle ab 8 Jahren
Musik und Gesangstexte: James Leisy und Carl Eberhard
Buch: James Leisy | Deutsch von Roman Hinze
Taucht mit uns ein in die Wunderwelt des Musicals und begleitet die Heldin Alice auf ihrer abenteuerlichen Reise durch das mysteriöse Wunderland, wo nichts so ist, wie es scheint, und fantastische Figuren wie der verrückte Hutmacher, das weiße Kaninchen und der böse Herzkönig auf uns warten.
Was ist „normal“, was ist „verrückt“, wo ist oben und wo unten, wer ist Grinsen und wer Katze? In unserer erfolgreichen JUST-Musical-Reihe erwarten euch wieder große und kleine Darsteller:innen des Kinder- und Jugendchors CANTAMUS, um euch mit Alice ein Musical für die ganze Familie zu präsentieren.
Basierend auf Lewis Carrolls weltbekannten Romanen zeigt diese Adaption eine abenteuerlustige Alice, die sich in einer verschlungenen Geschichte wiederfindet, als sie dem weißen Kaninchen von seinem Platz im Zuschauerraum auf die Bühne folgt! Dieses Musical ist mit seinen vielen Ohrwürmern ideal für die Grundschule und die Unterstufe geeignet.
Musikalische Leitung: Peter Schedding
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Felix Barsky
Regie: Marlene Pawlak
Choreographie: Nele Neugebauer
Bühne: Vincent Stephan Großer
Kostüme: Anna Rudolph
Licht: Brigitta Hüttmann
Videografie: Victoria Koberstein
Dramaturgie: Teresa Martin, Bernadette Binner
CANTAMUS-Chorleitung: Annika Derlin
Theaterpädagogik & theaterpädagogische Vermittlung: Carolina Löwenstein
Termine
So 31.5.2026, 16:00
So 14.6.2026, 18:00
Mo 15.6.2026, 11:00und weitere Termine
Mo 15.6.2026, 18:00
Di 16.6.2026, 11:00
Do 18.6.2026, 18:00
Eine poetisch-politische Erforschung nach Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen
„Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.“
Das schreibt der berühmte Dichter Heinrich Heine in seinem Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen, als er 1843 in sein geliebtes, sein gehasstes Deutschland reist, um seine Mutter zu besuchen. Schon seit zwölf Jahren lebt er im französischen Exil und hat Sehnsucht nach der Heimat: Heine, der Jude, der Christ, der Deutsche, der Franzose, der Romantiker, der Erotiker, der ironische Überwinder der Romantik – und der politische Schriftsteller.
Der Freund von Marx und Engels erhofft sich eine emanzipatorische Revolution für Deutschland und kann doch nicht die Augen verschließen vor allem, was dem im Wege steht und was er kunstvoll-spöttisch in seiner Dichtung besingt: den deutschen Korpsgeist, die Spießigkeit, die Schwermütigkeit, die Ordnungsliebe und die gar nicht so liebe Ordnung, die durch Gewalt und Zensur in seinem Geburtsland herrscht.
Und heute? Wo stehen wir in Bezug auf Heines Deutschlandkritik und seinem Ruf nach Veränderung angesichts der globalen Polykrisen, des allgemeinen Vertrauensverlustes in die Demokratie, der Rückkehr des Konservatismus, Autoritarismus, Chauvinismus, Populismus, Nationalismus, des universalen „Me First“, „Nation First“? Was ist aus Heines neuem Lied geworden? Singen wir wieder das alte?
Autor und Regisseur Alexander Eisenach lässt sich in dieser Stückentwicklung von Heines lyrischem Werk inspirieren, um nach Zonenrandgebiet (UA) und Anthropos Antigone (UA) seine poetisch-politische Erforschung deutscher Geschichte in Kassel fortzuschreiben und die Frage nach unserem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis, unseren Zukunftsängsten und reaktionären Sehnsüchten – der GERMAN ANGST – zu stellen. Und doch, trotz alledem:
„Gib dich zufrieden, Vater Rhein,
Denk nicht an schlechte Lieder,
Ein besseres Lied vernimmst du bald –
Leb wohl, wir sehen uns wieder.“
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Kassel und dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben.
Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Sibylle Pfeiffer, Carsten Rüger
Lichtdesign: Carsten Rüger
Kostüme: Bettina Werner
Sounddesign: Sven Michelson
Video: Oliver Rossol
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Animation: Sarah Franke
Dramaturgie: Alexander Olbrich
Beleuchtungsmeister: Oskar Bosman
Termine
Mi 17.6.2026, 19:30
Do 25.6.2026, 19:30
Sa 10.10.2026, 19:30
Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer
Kassel, 2006: Mit nur 41 Jahren verstirbt Markus Zimmer an Multiorganversagen. Freund:innen und Familie konnten ihn nicht vor seiner Sucht retten. Ein genialer Musiker, ein sensibler Mensch, bekannt für seinen Geschlechterklischees unterwandernden Stil, sein ausschweifendes Leben und seine Musik.
„Feels like I’m in heaven, oh I feel so fine. If you were only here my friend, you would have a real cool time.“
Markus Zimmer, genannt Zimbl, war der charismatische Frontmann der Punkband The Bates, die mit ihren eingängigen Melodien sowie rotzigen Coverversionen bekannter Poptitel die deutsche Musikszene der Neunziger Jahre und der Jahrtausendwende prägten - weit über Nordhessen hinaus.
„You forgot to kick some asses, you forgot to kick some asses…“
In einem Motel zwischen Eschwege und Phoenix: Seltsame Gäste weht es in einer Gewitternacht in das Bates Motel: einen Schlagzeuger, lädiert durch einen Autounfall, einen Priester mit einem geheimnisvollen Koffer, eine mysteriöse Geschäftsfrau auf der Flucht. Was wollen sie von dem schüchternen Rezeptionisten? Und wer ist die seltsame Frau mit dem Messer…? Alfred Hitchcocks Film Psycho war die Inspiration für den Namen der Band, die der junge Zimbl und seine Freunde Klube, Armin und Pogo - zu denen später noch Reb und Dully stießen – gründeten.
20 Jahre nach Zimbls Tod inszeniert und schreibt Regisseur Dominique Schnizer einen Theaterabend über Zimbl, mit Erinnerungen seiner Freund:innen und Wegbegleiter:innen und der unsterblichen Musik der Bates. Und auch der fiktive Namensgeber der Band hat einen Auftritt. Verbunden in ihrer Einsamkeit begegnen Norman Bates und Zimbl ihren inneren Dämonen. In einem Motel irgendwo zwischen Eschwege, Hessen und Phoenix, Arizona durchleben sie noch einmal die entscheidenden Momente ihrer eigenen komplizierten Geschichte.
„Feels like I’m in heaven“
In Kooperation mit Scheibenbeisser – Hessens großer und unabhängiger Schallplatten- und CD-Laden.
Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer
Regie: Dominique Schnizer
Bühne und Kostüme: Christin Treunert
Musik (auch Live): Augustin Zimmer
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Termin
Mi 23.9.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
In einem Mietshaus am Kanal, außerhalb der Stadt, wohnen Mutter und Tochter. Die Mieten steigen und auch auf alle weiteren Krisen in ihrem Leben reagiert die Mutter handlungsunfähig und lethargisch. Da helfen auch die Vorwürfe und Bemühungen ihrer Tochter Vera nicht.
Getrieben von (vererbten) traumatischen Erinnerungen überquert Vera den Kanal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite ist die Welt eine andere. Es riecht nach Körpern, es wuchert, es ist … Abseits. Hier sorgen zwei Furien, Tine und Mascha, dafür, dass die Scham einen festen Platz bekommt. Sie greifen gesellschaftliche Tabus an, schlagen, prügeln und bringen so die innersten Abgründe der Menschen zum Vorschein.
Eine unheimliche und schöne Utopie. Käme es nicht zu diesem brutalen Zwischenfall in Garten Eden, als Matthias sich plötzlich einmischt.
Sina Ahlers, Autorin des Erfolgsstücks Milch & Schuld (UA), erhielt für Schamparadies den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2020.
In diesem Text, der nun am Staatstheater Kassel zur Uraufführung kommt, mischt Sina Ahlers knallhart Realismus und Expressionismus, Bildhaftes mit ihrer eigenen Direktheit. Mal entlarvend humoristisch, mal schmerzhaft radikal, befragt sie Status und Körper. In einer ganz eigenen Formsprache legt sie den schmalen Grat zwischen Intimität und sexuellem Missbrauch offen und blickt so der Scham und ihren Ursprüngen ganz schamlos ins Gesicht
In der Regie von Olivia Müller-Elmau, Regisseurin auf der Suche nach den widersprüchlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und Gefühlen, werden Trauma und Scham, die, teils über Generationen hinweg, fest in den Körpern sitzen und dort wuchern, sinnlich erfahrbar.
In Kooperation mit Mädchenhaus Kassel 1992 e.V.
Regie: Olivia Müller-Elmau
Bühne und Kostüme: Julius Böhm
Sounddesign: Jens Kilz
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Soufflage: Camilla Colonna
Termin
Fr 2.10.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Ein Besuch im Forstamt, vielleicht in Hessen, dem Bundesland mit eigenem Urwald: Ein Sturm hat im Wald gewütet und die sowieso über Jahrzehnte ausgebeutete Forstanlage noch weiter beschädigt. Doch auch von Menschen abgeladener Müll, die hohe Waldbrandgefahr und der Borkenkäfer machen den Förster:innen in diesem Holzstück zu schaffen. Zu allem Überfluss sind durch die Aufräumarbeiten auch noch die geregelten Arbeitszeiten im Forstamt in Gefahr. Die Bedrohungslage ist ernst in Felicia Zellers neuestem Stück, in dieser waldigen Komödie voller hölzerner Sätze.
Konfrontiert mit einer sich rasant verändernden Welt, in der Holz und Profit nah beieinander liegen, werden die Förster:innen und ihr Revierleiter vor die Frage gestellt, ob „Wald“ sich wirklich immer lohnen muss oder ob nicht doch das Nichtstun die Antwort sein könnte. Vielleicht kann die neu ernannte „Försterin für Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ die Probleme beseitigen? Oder doch die Podcasterin Noa, die das Geschehen dokumentiert, einen Blick von außen behält und sogar den Borkenkäfer interviewt?
In Stück aus Holz (UA), einem Auftragswerk für das Staatstheater Kassel, stehen Baumreihen neben Satzreihen, finden sich Kahlflächen und verlieren sich abgesägte Sätze im Wald.
Die Autorin Felicia Zeller, bekannt für ihren scharfen Blick und bitterbösen Humor, schreibt Theatertexte und Prosa. Ihre Stücke wurden mehrfach zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Stück aus Holz (UA) ist ihre erste Arbeit für das Staatstheater Kassel, jedoch nicht ihre erste Zusammenarbeit mit der Regisseurin Marie Bues. Das Stück aus Holz wird der fünfte Text von Felicia Zeller sein, der in der Regie von Marie Bues auf die Bühne kommt. Bues ist bekannt für ihre experimentellen zeitgenössischen Theaterpraktiken und ihre enge Zusammenarbeit mit Autor:innen der Gegenwartsdramatik. Seit der Spielzeit 23/24 ist sie Mitglied des Leitungsteams am Schauspielhaus Wien.
Regie: Marie Bues
Choreographie: Mason Manning
Bühne und Kostüme: Indra Nauck
Sounddesign: Lila-Zoé Krauß
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Ulf Frötzschner
Virgina Woolf nannte ihn „den langweiligsten Roman der Welt“. Kurt Tucholsky verglich dieses Werk mit einem Maggi Brühwürfel, der über Generationen hinweg mittelmäßig aufgebrüht werden würde.
Ulysses, der Roman, der James Joyce für immer berühmt machte, gilt nichtsdestotrotz als eines der großen literarischen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Bei der Veröffentlichung wurde der Roman als blasphemisch und pornografisch verdammt und schon bald in mehreren Ländern zensiert oder verboten.
Angelehnt an die Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus, schildert Joyce die Ereignisse eines einzigen Tages, dem 16. Juni 1904, in Dublin. Doch statt heroischer Abenteuer erlebt das Romanpersonal die alltäglichen Prüfungen des Lebens in einer urbanen, entfremdeten Welt. Diese Welt gleicht in ihrer Normalität über alle Zeiten hinweg auch der unseren. Und auch die Begegnungen gleichen weniger den mythischen Herausforderungen der antiken Monster Skylla und Charybdis, sondern eher denen, die auch unser Leben bestimmen. Die Handlung folgt drei Hauptfiguren: Stephen Dedalus, einem jungen, intellektuellen Künstler, Leopold Bloom, der mit Freund:innen und Unbekannten durch Dublin Kassel irrt, und Molly Bloom, Leopolds vorgeblich untreuer Ehefrau. Über ihre Schulter hinweg erleben wir eine männlich geprägte Welt – von der Antike bis heute. Die Geschichten der Figuren verweben sich durch ihre Kämpfe, nicht gegen Ungeheuer, sondern mit Themen wie Identität, Einsamkeit, Liebe, Sexualität und den Sinn des Lebens.
Bert Zander wählt diesen Roman als Vorlage und verlagert die radikal menschliche Erzählung des Ulysses in den Theaterraum – und mit Live-Videoaufnahmen auch in die Stadt, ihre Kneipen, Taxis und Straßen. Ästhetisch einzigartig, lässt Bert Zander eine Welt zwischen Video und Theater entstehen und macht so in seiner, nach FAUSTGretchen und Krieg und Frieden, dritten Arbeit am Staatstheater Kassel einen weiteren großen Stoff der Weltliteratur neu erfahrbar. Fragt man ihn, wie er Handlung und Moral des Romans zusammenfassen würde, zitiert Zander das letzte Wort des Ulysses: „Yes.“
In Kooperation mit dem Irish Pub Kassel: The Shamrock.
Regie: Bert Zander
Bühne und Kostüme: Lene Schwind
Musik: Erik Veenstra
Licht: Stefanie Franke
Video: Bert Zander
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Produktionsleitung: Winnie Wilka
Termin
So 14.6.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Eine musikalische One-Man-Show von und mit Justin Hibbeler
Die lodernden Geschichten von Sünde und Erlösung kommen aus Radio und Bibel: sie schlagen Funken in gebietender Predigt und lockendem Pop. Ein verlorener Sohn, Jerry Lee Lewis, stürmt aus der tiefsten Provinz ins nationale Rampenlicht, heiratet heimlich seine 13-jährige Cousine, die nur eine seiner insgesamt sieben Frauen sein wird, und wird verdammt. Jahre später beobachtet ein Nachtwächter von Graceland – dem Anwesen von Elvis Presley –, wie sich ein 76er Lincoln Continental schnarrend durch den Kies der Zufahrt gräbt und nach einer letzten Beschleunigung das Tor rammt. Der Fahrer ruft mit einer Stimme ebenso schallenden Chroms: „I want to see Elvis! Just tell him, the killer’s here.“
Justin Hibbeler spielt, singt und erzählt die Story von Jerry Lee Lewis, die auch die Geschichte des Rock ’n’ Roll selbst ist und davon, wie Lewis Schwarze und weiße Musik zusammengebracht hat. Entlang der hämmernden und schmachtenden Songs geht dieser Abend auf eine Reise durch trübe Swimmingpools, schwitzige Tanzsäle und die britische Klatschpresse. Das Ende ist nah, die Hölle heiß.
Great Balls of Fire! – Die Jerry Lee Lewis Story, von unserem neuen Ensemblemitglied Justin Hibbeler, ist eine Übernahme des Landestheater Tübingen. Dort hatte es 2023 Premiere. Wir haben die
Produktion nun nach Kassel geholt, wo sie wechselnd im Theaterstübchen und im TiF zu sehen sein wird.
Regie: Justin Hibbeler
Mitarbeit Regie: Olivia Müller-Elmau
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Carlotta Huys
Dramaturgie Wiederaufnahme: Alexander Olbrich
Termine
Mi 17.6.2026, 20:15
Do 25.6.2026, 20:15
Mi 30.9.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Great Balls of Fire! - Die Jerry Lee Lewis Story bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte Great Balls of Fire! - Die Jerry Lee Lewis Story
Schauspiel
Woman – Life – Freedom
Aktuelle Perspektiven auf feministischen Widerstand im Iran
Am 13. September 2022 wird die kurdische Iranerin Jîna Mahsa Amini von der sogenannten Sittenpolizei verhaftet, weil sie ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig getragen haben soll. Zwei Stunden nachdem sie auf der Wache ankommt, wird sie ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt wenige Tage später an Kopfverletzungen. Anschließend geht eine Welle von Protesten durch den Iran. Jin, Jiyan, Azadî / Woman - Life - Freedom / Frau - Leben - Freiheit lautet die alte Parole, die Protestierende weltweit auf den Straßen rufen und die inzwischen für den Gedanken einer feministischen Revolution stehen.
Was genau passierte da im Iran? Warum zu diesem Zeitpunkt? Wer protestierte und welche Konsequenzen hat und hatte diese Bewegung? Wie kann ich mich solidarisieren?
In der gleichnamigen Veranstaltungsreihe am Staatstheater Kassel wird diesen Fragen auf den Grund gegangen. Das Augenmerk liegt hierbei darauf, sich über ein akutes globales Medieninteresse hinaus auf internationaler Ebene solidarisch zu zeigen. Die Reihe wird so lange fortgesetzt, wie die revolutionären Bemühungen im Iran, aller Widerstände zum Trotz, andauern. Seien Sie dabei, bei Gesprächen mit Expertinnen, Updates, Lesungen, Filmen und Recherchen, sodass ein Ort der Begegnung, des Widerstands, der Frauenrechte und der Freiheit entsteht.
Folge 17: Rückblicke & Hoffnungen
Im Herbst 2022 begann, mit Jina Aminis Tod die Woman – Life – Freedom Revolution und damit auch unsere gleichnamige Reihe am Staatstheater. Unsere letzte Ausgabe, am 25. Feb, hatte die Eskalation der Gewalt zum Thema und nur drei Tage später begann der Krieg. In den letzten Jahren ist viel passiert. Hier am Theater haben in 16 Folgen Künstler:innen, Autor:innen und Aktivist:innen Perspektiven aus dem Iran und der Diaspora sichtbar gemacht. Wir möchten eine Bestandsaufnahme machen und gleichzeitig fragen: Was können wir von hier aus (als Künstler:innen) weiterhin tun? Was kann die Zukunft bringen? Welche Themen dann im Mittelpunkt stehen, wird die Zeit zeigen.
Mit: Leila Mohtadi, Touran Mohsenipour, Zohreh Almadani, Kibar Kay Delibas, Lisa Natalie Arnold, Laura Kohlmaier
Termin
Sa 20.6.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Foyer Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
ein Jugendstück von Elisabeth Pape / für alle ab 13 Jahren
Sherwood Forest im 14. Jahrhundert: Der Legende nach lebt hier Robin Hood frei und gesetzlos inmitten des tiefen Waldes. Jeder Pfeil trifft sein Ziel, wenn Robin Hood ihn schießt, jede List gelingt, wenn Robin Hood sie plant. Robin schart eine Bande um sich und gemeinsam kämpfen sie für die Gerechtigkeit. Sie nehmen dem reichen Adel das Geld und verteilen es unter den armen und ausgebeuteten Bauern. Sie sind schnell, klug und kein Abenteuer ist vor ihnen sicher.
Heute besitzen 1% der Menschheit mehr Geld als die restlichen 99% zusammen. Weltweit gibt es derzeit fast 2.800 Milliardär:innen, deren Vermögen im Jahr 2024 dreimal schneller gewachsen ist als in den Jahren zuvor. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Ein klassischer Fall für Robin Hood und die Bande!
Max Radestock studierte zunächst Schauspiel und war an verschiedenen Theatern engagiert. Von 2019 bis 2023 folgte ein Studium der Regie an der HfS für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 2022 arbeitet er als Regisseur unter anderem am neuen theater in Halle, am Staatstheater
Augsburg und am Jugendtheater Strahl in Berlin.
Elisabeth Pape studierte Theater- und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und anschließend Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr Theaterstück Extra Zero wurde mit dem Kleist-Förderpreis 2023 ausgezeichnet, außerdem erhielt sie das Leonhard-Frank-Stipendium 2023. Ihre Theaterstücke wurden u. a. am Staatstheater Augsburg, Theater Koblenz und Mainfranken Theater Würzburg uraufgeführt.
Regie: Max Radestock
Text: Elisabeth Pape
Bühne und Kostüme: Verena Waldmüller
Sounddesign (bis Premiere): Manuel Zschunke
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Bernadette Binner
Vermittlung: Sandra van Westen
Kampfchoreografie: Joachim Frazier
Eine theatrale Videoinstallation von Bert Zander - gemeinsam mit Kasseler Bürger:innen
„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, die bleiben, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Zitat, das das Dilemma Margaretes, genannt Gretchen, widerspiegelt. Der wohlsituierte Gelehrte Dr. Heinrich Faust hingegen ist in der Sinnkrise, verjüngt durch den Bund mit Mephisto drängt es ihn immer weiter zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Heinrich ist hin- und hergerissen und sucht den Lärm der Welt. Und Gretchen?
Goethe hat den realen Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt (1771) in Frankfurt verfolgt, parallel entstand sein Urfaust , der die althergebrachte Faust-Geschichte nunmehr um die Gretchentragödie ergänzt. Angesiedelt zwischen sozialer Situation und tragischer Liebesgeschichte erzählt sie das reale, fatale und ausweglose Schicksal einer jungen Frau jener Zeit. Nicht nur Faust und sein Begehren, sondern die gewaltigen Umstände der Zeit bringen Gretchen zu Fall. Frauen wie Gretchen waren meist unausgebildet, unwissend, abhängig und bedroht von Armut und Elend.
Welche Spuren hinterlässt Fausts Vorwärtsdrängen im Leben Gretchens, die in bürgerlichen, aber doch ärmlichen Verhältnissen lebt? Welche Chance hatte sie im Leben und wäre ein sozialer Aufstieg überhaupt möglich gewesen? Eine junge Frau zwischen Begehren, Selbstbehauptung und sozialem Zwang auf der einen Seite und Bürger:innen auf der anderen Seite, die Gretchens Geschichte zu kennen glauben und sie aus ihrer Perspektive nacherzählen. Für Ihre Rolle als Gretchen war Emilia Reichenbach 2022 für den Gustav Rühle Preis nominiert.
„Es ist Zeit, dass wir uns auf den Weg machen Gretchen 2021 ihre Würde zurückzugeben“, so Bert Zander, Regisseur und Videokünstler. Seine bisherigen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Videokunst und Theater waren u. a. an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Burgtheater Wien zu sehen. 2020 realisierte er für 3sat / ZDF Camus’ Die Pest als theatrale Miniserie.
Eine Kooperation mit der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V.
Seien Sie mutig und stehen Sie auf vom Sofa! TANZ_Mit! ist das Tanztraining für alle Tanzbegeisterten, die erste Schritte in angeleiteten Improvisationen und die Bewegungsvielfalt des Zeitgenössischen Tanzes kennenlernen möchten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, nur bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Treffpunkt 15 Minuten vor Beginn am Bühneneingang (Du-Ry-Straße 1).
Begrenzte Teilnehmer:innenanzahl mit vorherigem Kartenkauf für 3,50,- Euro an der Theaterkasse.
Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.