Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in Zürich-Hottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es heute über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Jede Saison stehen rund zwanzig Neuinszenierungen auf dem Spielplan, im Pfauen mit seinen 750 Plätzen wird fast täglich Repertoire geboten, im Schiffbau stehen die Halle (je nach Bestuhlung 400 bis 600 Zuschauer) und die Box (200) für Vorstellungsserien zur Verfügung. Hinzu kommen Inszenierungen in der Kammer im Untergeschoss des Pfauen (70 Plätze), die Produktionen des Jungen Schauspielhauses in der Matchbox im Schiffbau (70 Plätze), sowie Wiederaufnahmen, Gastspiele, Extras und Fremdveranstaltungen. Im Jahr zeigt das Schauspielhaus rund 600 Vorstellungen, bei einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 1500 Plätzen.
Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz. Zehn Neuinszenierungen pro Saison stehen auf dem Spielplan, fast täglich wird auf der Pfauenbühne gespielt. Neben bekannten Klassikern – Antike, Shakespeare-Zeit, deutsche Klassik und klassische Moderne – sind vermehrt auch neue Stücke und Uraufführungen Teil des Pfauen-Repertoires.
Im Untergeschoss des Pfauen betreibt das Schauspielhaus eine weitere kleine Theaterbühne – die Kammer: Im Sommer 2006 wurde sie umgebaut und neu ausgestattet und bietet nun Platz für ca. 70 Zuschauer. Junge Regisseure und Regieassistenten haben hier die Möglichkeit, mit dem Ensemble eigene Handschriften zu erproben.
EINE VISUELLE ALBTRAUMANALYSE
von Recke/Lehmann/Froelicher
Uraufführung: 11.04.2026
Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich
«Ich bin kein Monster, ich bin eine Mutter.» (…) «Du bist kein Monster», sagte ich. Aber ich log. Was ich eigentlich sagen wollte, war, dass es keine allzu furchtbare Sache ist, ein Monster zu sein.
– Aus Ocean Vuong «Auf Erden sind wir kurz grandios»
Eine Gruppe von Kindern streift durch eine eigentümliche Landschaft. Hier tummeln sich Gestalten, die wie Symbole aus einer verborgenen Welt wirken: Das kollektive Unbewusste ist ihr Träger, historische und instinktive Ängste ihr Fluchtpunkt.
MONSTER interessiert sich für den frühkindlichen Prozess der Ichwerdung und die dafür prägende Beziehung zwischen Mutter und Kind; genauer die Beziehung weisser Mütter und nicht-weisser Kinder im deutschsprachigen Kontext. Die öffentliche Wahrnehmung dieser Beziehungskonstellation ist historisch geprägt von der Kolonialzeit über die Nachkriegszeit in Deutschland mit den sogenannten «Besatzungskindern» weisser Mütter und Schwarzer Soldaten bis in die Gegenwart. Auch in der Schweiz, die durch die missionarische Arbeit und den privaten Plantagenbesitz Schweizer Unternehmen und Institutionen in das koloniale Projekt verstrickt war, ist der öffentliche Diskurs über weisse Mütter und nicht-weisse Kinder historisch gewachsen. MONSTER fragt, wie nicht-weisse Kinder, die in einem weissen Kontext aufwachsen, in ihrer Selbstwerdung unweigerlich mit dessen Norm und Geschichte konfrontiert sind.
Durch Sprachhorror, einen unheimlichen Mutterkuchen und träumerische Bewegung erschliesst die neue Arbeit des Künstler*innen-Trios Recke/Lehmann/Froelicher die Verknüpfungen von universeller Subjektpsychologie und individueller Selbstwerdung auf sozialpolitischer Ebene.
Anta Helena Recke, Anna Froelicher und Maxi Menja Lehmann formen Raum, Zeit und Sprache zu sinnlichen und zugleich politischen Bilderreigen auf der Bühne. Bereits mit ihrer gemeinsamen Arbeit «Die Kränkungen der Menschheit» erregten sie grosse Aufmerksamkeit durch ihren detaillierten Blick auf scheinbar universelle Themen und Geschichten. In MONSTER erkundet das Trio nun eine Beziehungsstruktur, die uns alle von Geburt an beschäftigt.
REGIE: Anta Helena Recke, Maxi Menja Lehmann, Anna Froelicher
Termine
Sa 11.4.2026, 20:00 | Uraufführung
Fr 17.4.2026, 20:00
Do 23.4.2026, 20:00und weitere Termine
So 26.4.2026, 15:00
Di 5.5.2026, 20:00
Sa 9.5.2026, 20:00
Sa 16.5.2026, 20:00
Sa 23.5.2026, 20:00
Mi 27.5.2026, 20:00
Mo 1.6.2026, 20:00
aus dem Englischen von Thomas Brovot
Bühnenfassung Calixto Bieito
«1997 war der Computer zum ersten Mal dem Menschen im Schach überlegen.»
Am Ende des 20. Jahrhunderts gipfelte der rasante Fortschritt in Wissenschaft und Technik in einem Duell zwischen Mensch und Maschine. Das menschliche Produkt begann den Menschen selbst zu übersteigen. Hinter dieser Errungenschaft stecken Träume und Albträume des letzten Jahrhunderts, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Der chilenische Autor Benjamín Labatut spürt in seinem brillanten Roman aussergewöhnlichen Persönlichkeiten nach, die ihr Leben den unerklärlichen Tiefen von Mathematik und Logik gewidmet und unsere von Technik durchdrungene Gegenwart begründet haben. Im Zentrum der Erzählung steht der Mathematiker John von Neumann, Erfinder der Spieltheorie, Mitentwickler der Atombombe und Vordenker der Künstlichen Intelligenz – «ein Ausserirdischer unter uns». Doch auch Neumann ringt am Ende mit seiner eigenen, banalen Sterblichkeit. Das Menschsein lässt sich dem Menschen nicht austreiben. Labatuts gekonnte Montage von Fakten und Fiktion bringt uns auf die Spur von Menschen, in deren visionären Denken sich Rationalität und Irrationalität kreuzen.
Am Schauspielhaus kommt erstmalig ein Werk Benjamín Labatuts auf die Bühne. Labatuts Schreiben findet in Calixto Bieitos beeindruckendem Engagement für die darstellende Kunst und ihre Sprache seine ideale Übersetzung ins Theater. Mit seinem scharfen Sinn für zeitgenössische Literatur adaptiert der spanische Regisseur den Roman für die Uraufführung im Pfauen. Bieito, bekannt durch seine kompromisslosen Auseinandersetzungen mit dem Menschen und seinen Abgründen, verhandelt die Geschichte unserer technologisierten Welt auf der analogen Bühne – dort, wo sie entstanden ist: unter den Menschen.
REGIE: Calixto Bieito
Termine
Fr 8.5.2026, 20:00 | Uraufführung
Mo 11.5.2026, 20:00
Fr 15.5.2026, 20:00und weitere Termine
Do 21.5.2026, 20:00
Di 26.5.2026, 20:00
Do 28.5.2026, 20:00
So 31.5.2026, 15:00
von William Shakespeare
aus dem Englischen von Angela Schanelec
Wenn Naturgewalten aufbegehren und Unwetter die Welt aus ihren Angeln heben, kann das nur eins bedeuten: dicke Luft im Feenland. Oberon und Titania, Herrscher*innen dieses zauberhaften Reichs, haben wieder einmal eine heftige Beziehungskrise und zanken, dass den Elfen Hören und Sehen vergeht. Kein guter Moment, um sich in ihrem Wald zu verirren. Aber ausgerechnet jetzt straucheln vier Liebende und eine Handwerkertruppe aus Athen durch das Gehölz. Während Letztere fernab neugieriger Augen ein Theaterstück probieren möchte und sich dabei um Kopf und Kragen spielt, sind die vier anderen zwar schwer verliebt, doch umso schwerer an der Liebe leidend. Denn unbedacht schiesst Amor seine Pfeile, und so fliehen Hermia und Lysander vor dem rasend eifersüchtigen Demetrius, den wiederum die liebeskranke Helena verfolgt. Grund genug für Oberons Gehilfen Puck, ein hochpotentes Zaubermittel in den Ring zu werfen, das bald an allen Fronten für Verwirrung sorgt. Kaum senkt sich die Nacht über die erhitzten Gemüter, erwachen ungeahnte Triebe. Im Dickicht grosser Gefühle und noch grösserer Gemeinheiten beginnt ein albtraumhafter Spuk, der den ganzen Wald zum Beben bringt.
Unverschämt und ausgelassen spürt Pınar Karabulut auf der Pfauenbühne den Verrücktheiten der Liebe nach. Shakespeares klebrig-feuchtes Sommermärchen verwandelt sie in einen wahnwitzigen Ritt entlang der feinen Linie zwischen Liebe und Begierde, Macht und Unterwerfung, der Mensch wie Kobold aus dem Sattel wirft.
Aus dem Englischen übersetzt von Angela Schanelec, in Zusammenarbeit mit Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens.
Unterstützt von der INTERNATIONAL MUSIC AND ART FOUNDATION (IMAF)
REGIE: Pınar Karabulut
1 Stunde 45 Minuten (keine Pause)
SENSORISCHER HINWEIS
Nach circa 1 Stunde gibt es für die Dauer von circa 5 Minuten laute Musik und teilweise flackerndes Licht.
Termine
Di 14.4.2026, 20:00
Sa 18.4.2026, 20:00
Fr 24.4.2026, 20:00und weitere Termine
Sa 25.4.2026, 20:00
So 10.5.2026, 18:00
Di 12.5.2026, 20:00
Mi 13.5.2026, 20:00
Fr 22.5.2026, 20:00
Sa 30.5.2026, 20:00
Mi 3.6.2026, 20:00
Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage die – es ist die Waschmaschine
Musiktheater von Ruedi Häusermann
mit Texten von Robert Walser
Wieder und wieder findet der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann in Robert Walsers Weltsichten scharfsinnige Entsprechungen zu dem, was ihn als Mensch und Künstler beschäftigt, so auch in seinem neusten Theaterabend für das Schauspielhaus Zürich. Ein Meister war Robert Walser darin, das scheinbar Nebensächliche wachsen zu lassen. Er verehrte zaudernde Wölkchen, träumerische Unwissenheit oder gedankenlose, weil nur gedachte Gedanken, und folgert: «Seriöseste Menschen haben mitunter eine Langezeit nach der Ungezwungenheit des Spielens.»
Nicht zuletzt darum wird Häusermann selbst mit seinem Trio und dem Streichquartett Kubus Kollektiv auf der Bühne sein, gemeinsam mit drei Schauspieler*innen konzertierend und spielend. Der Sound einer Waschmaschine hier, das Rauschen einer akribisch ausgeführten Komposition dort. Das eine im anderen zu erleben, wird zum lustvollen Spiel. Alltags-Petitessen in einer Stadtfassade aus Papier verwickeln sich in Gedanken über das Menschsein.
«Wo die Ferne verschwindet, rückt die Nähe zärtlich nahe.» – Robert Walser
Unterstützt von der Else v. Sick Stiftung
Regie & Komposition: Ruedi Häusermann
Bühne: Damian Hitz, Ruedi Häusermann
Kostüme: Barbara Maier
Licht: Carsten Schmidt
Dramaturgie und Mitarbeit Stückentwicklung: Barbara Tacchini
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten (keine Pause)
Termine
Mo 13.4.2026, 20:00
Mi 15.4.2026, 20:00
Di 2.6.2026, 20:00
Das Dreieck ist die stabilste und zugleich unsicherste geometrische Form. Wie ein Holzschemel, der ständig wackelt, aber nie umfällt. Kein Wunder, dass Dreierkonstellationen faszinieren.
In ihrem ersten Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich nimmt die Autorin Barbi Marković die Beziehung von drei Schwestern in den Blick. Diese drei stehen einander so nah, dass sie sich gegenseitig bei der kleinsten Bewegung zwangsläufig verletzen. Sie leben eine brutale Beziehung ohne jegliche Filter, ohne Distanz und ohne Selbstkontrolle. Sie spielen ein Strategiespiel. Denn die drei Schwestern sind untereinander gnadenlos verwandt. «Wie eine Spaghetti auf einem Teller. Du weisst, dass du eine von ihnen bist, kannst aber nicht herausfinden, welche.» Hier tragen starke Frauenfiguren die Kämpfe, Ärgernisse und Freuden des Lebens unter sich aus. Die Parallele zu Tschechows berühmtem Stück ist dabei purer Zufall und volle Absicht.
Marković schafft mit ihren Texten einen Spagat: Humorvoll, kurzweilig, leicht und gleichzeitig tiefsinnig, traurig, surreal breiten sich ihre Texte vor uns aus. Sie bringt die banalsten Gewohnheiten scharfsinnig auf den Punkt und entführt uns im selben Zuge in seltsam skurrile Welten. Nun findet Markovićs Schreiben die ideale Komplizin in der Regie: Christina Tscharyiski übersetzt zeitgenössische Dramatik gekonnt auf die Bühne. Mit klugem Sinn für das gesprochene Wort und viel Leidenschaft für grosses Schauspiel nähert sie sich den Figuren und Erzählsträngen. Gemeinsam mit einem Ensemble starker Schauspielerinnen bringt sie den nagelneuen Text zum Jahresauftakt zur Uraufführung.
Regie: Christina Tscharyiski
Bühne: Michael Simon
Kostüme: Miriam Draxl
Musik: Cornelia Pazmandi
Video: Judith Selenko
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Rebecca Ajnwojner
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten (keine Pause)
Termine
So 12.4.2026, 18:00
So 19.4.2026, 18:00
Mi 29.4.2026, 20:00und weitere Termine
In Transition, mit vom Testogel quietschender Stimme und Peach Fuzz auf der Oberlippe zur Verwandtschaft nach Italien fahren?! Puh. Matteo graut vor seinen vier Quasigrossmüttern und all den anderen im Dorf, die ihn noch als Isabella kennen, vor den Blicken und den Kommentaren. Doch er will Zeit mit seinem kranken Vater Aldo verbringen, und so beginnt ein gemeinsamer Roadtrip, der sich zu einer berührenden Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Queerness entwickelt. Während Matteo zwischen Gender-Euphorie und -Dysphorie eine zweite Pubertät durchlebt, spürt Aldo die eigenen Kräfte schwinden. Mit fragilen Körpern ringen sie im Spiegel des Anderen um Anerkennung und Verständnis – bis auf einmal alles um sie herum ins Wanken gerät.
Mit STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS UNO startet die für das Schauspielhaus Zürich geschriebene, brandneue, dreiteilige Theaterserie des Schweizer Autors Kay Matter, die im Laufe der Spielzeit von drei spannenden wie unterschiedlichen Regiepositionen auf die Bühne gebracht wird. Eine hochkarätige Nachwuchsgeneration erzählt in Kollaboration von einer ambivalenten Vater-Kind-Beziehung, von Selbstvertrauen und Scham, von Frustration und bedingungsloser Liebe.
Kay Matters Arbeit an STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS wurde durch das SchreibZeit Stipendium der Stiftung Niedersachsen (2025) gefördert.
Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich
Autor: Kay Matter
Regie: Dennis Nolden
Bühne: Lea Burkhalter
Kostüme: Josefin Kwon
Licht: Jan Guldimann
Dramaturgie: Rose Reiter
Regieassistenz: Dominic Schibli
Bühnenbild- und Kostümbildassistenz: Pauline Heitmann
WICHTIGE INFO
Jeder Teil der Reihe erzählt eine in sich geschlossene Geschichte. Aber Vorsicht: Suchtgefahr! Haben Sie Lust auf die anderen beiden Teile? Für das Gesamterlebnis ist keine bestimmte Reihenfolge erforderlich.
CONTENT NOTE
Diese Inszenierung thematisiert Trans- und Queerfeindlichkeit.
A fluid fairy fantasy
von Bastian Kraft und Ensemble nach Hans Christian Andersen
«Wenn die Leute einen Fisch sehen, kommt auch niemand auf die Idee, zu fragen, ob das ein Männlein ist oder ein Weiblein. In einem Aquarium herrschen diesbezüglich paradiesische Zustände: Du wirst in deiner Schönheit bewundert, und niemand will dir zwischen deine Beine schauen.»
Unter Wasser sehen wir Menschen unscharf, Formen verschwimmen, Körpergrenzen lösen sich auf, alles kommt ins Fliessen. Gleiches passiert im Drag, der Kunstform, die durch extravagante Kostüme und Make-up Geschlechterrollen auflöst, Identitäten in Glitzer und Pailletten taucht und vor allem eine atemberaubende Show bietet. Hans Christian Andersens Märchen zeigt eine ebensolche Transformation: Eine Meerjungfrau verliebt sich in einen Menschen und möchte ihren Fischschwanz loswerden. Das Märchen endet bekanntermassen tragisch. Vielleicht spiegelt es Andersens eigenes Schicksal wider, der sein Leben lang in seinen Jugendfreund verliebt war und diese Liebe nie leben konnte. Und gleichzeitig ist es eine Geschichte so alt wie die Menschheit selbst, von Nymphen, Nixen und Wassergeistern, von Verwandlung und der Befreiung aus der zugeschriebenen Rolle.
Der dem Schauspielhaus Zürich bestens bekannte Regisseur Bastian Kraft begeisterte das Publikum in den letzten Jahren mit den Inszenierungen «Andorra» und «Homo Faber» von Max Frisch und «Buddenbrooks» von Thomas Mann. Nun, anstatt der Liebe des Prinzen an Land, sucht Bastian Kraft das Glück im Meer: Mit Spieler*innen aus dem Ensemble und Stars aus der Schweizer Drag Szene liest er die Geschichte der kleinen Meerjungfrau neu und taucht dorthin, wo Biographie und Märchen ineinander fliessen und Drag und Schauspiel zu einer Show de nixe verschwimmen.
Inszenierung: Bastian Kraft
Bühnenbild: Peter Baur
Kostümbild: Sophie Reble
Musik: Björn SC Deigner
Video: Jonas Link
Licht: Michel Güntert
Dramaturgie: Anika Steinhoff, Bendix Fesefeldt
Eine Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg
Empfohlen ab 14 Jahren
2 Stunden 10 Minuten (ohne Pause)
Termine
Mo 20.4.2026, 20:00
Mo 18.5.2026, 20:00
Mo 25.5.2026, 20:00und weitere Termine
Ein Bankangestellter hat den Hausmeister erschlagen. Einfach so, zack, mit einer Axt und ohne Grund. Während sein Verteidiger Dr. Hahn angestrengt nach einem Motiv sucht, kapituliert der Staatsanwalt Martin vor der Sinnlosigkeit der Tat. Da ist ein Riss in der Ordnung der Dinge. Ein Mörder ohne Motiv. Eine Gerechtigkeit, die nur noch Urlaub will. Die Welt von Martin, dem Hüter des Rechts, steht Kopf. Am Vorabend des Mordprozesses verbrennt er alle Akten und haut ab.
Schluss mit der Monotonie, der bürgerlichen Enge und dem ermüdenden Eiertanz mit seiner Frau, die ausgerechnet Dr. Hahn zum Liebhaber erkoren hat.
Auf seiner Flucht in die Wälder ergreift eine neue Identität von ihm Besitz. Als legendärer «Graf Öderland mit der Axt in der Hand» zieht er fortan durchs Land und hackt sich skrupellos mordend in die Unterwelt. Und während der subalterne Bankangestellte in der Justizmaschinerie gerät, wird der Gesetzesdiener zum Sinnbild all jener, die den erdrückenden Konventionen des Alltags, der Sterilität der Ordnung entfliehen möchten.
Der Axtverkauf boomt. Aber ein Beil denkt nicht nach, empfindet keinen Ekel, es mordet. An die Stelle der Verantwortung tritt blosse Mechanik. Der zunehmenden Gewalt begegnet der Staat mit rigorosen Massnahmen, bis nur noch «Graf Öderland» das Blutvergiessen beenden kann. So endet der Wunsch absolut frei zu sein, anders zu leben als in der Pflichterfüllung im korrupten Kompromiss mit dem verachteten Staat, und die Gefängnistüren des eigenen Ich bleiben verschlossen.
Mit GRAF ÖDERLAND, Max Frischs dunkel-poetischem Stück, das der Autor selbst sein «liebstes» nannte, untersucht die Zuger Regisseurin Claudia Bossard die explosive Mischung von gesellschaftlicher Entfremdung und Identitätskrise, Populismus und Staatsversagen.
Regie: Claudia Bossard
Bühne und Kostüme: Romy Springsguth
Mitarbeit Bühne: Yuni Hwang
Musik & Video: Jacob Suske
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Nina Rühmeier
2 Stunden 15 Minuten (keine Pause)
Content Note: Diese Inszenierung enthält explizite Darstellungen von Gewalt und Mord.
Sensory Note: Diese Inszenierung enthält Nebel.
Seit vielen Jahren verbindet Co-Intendant Rafael Sanchez und Ensemblemitglied Mike Müller eine enge Arbeitsbeziehung: Müller schreibt und spielt, Sanchez inszeniert. Drei fulminante Produktionen der letzten Spielzeiten, uraufgeführt am Casinotheater Winterthur, finden nun am Schauspielhaus eine neue Heimat.
ERBSACHE bringt knallharte Verhandlungen auf die Bühne: Eine strenge Richterin, zwei ambitionierte Anwälte und drei verkrachte Geschwister sollen die Erbmasse eines Verstorbenen teilen. Unterschiedliche Interpretationen des Testaments werden verhandelt, Sinn und Unsinn des Erbens erörtert und Familienfehden ausgetragen, bis sich in einem turbulenten Finale allesamt die Haare raufen.
Regie: Rafael Sanchez
Technik: Pipo Schreiber (hellwerk.ch)
Kostüme: Eva Bräutigam
Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in Zürich-Hottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es heute über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Jede Saison stehen rund zwanzig Neuinszenierungen auf dem Spielplan, im Pfauen mit seinen 750 Plätzen wird fast täglich Repertoire geboten, im Schiffbau stehen die Halle (je nach Bestuhlung 400 bis 600 Zuschauer) und die Box (200) für Vorstellungsserien zur Verfügung. Hinzu kommen Inszenierungen in der Kammer im Untergeschoss des Pfauen (70 Plätze), die Produktionen des Jungen Schauspielhauses in der Matchbox im Schiffbau (70 Plätze), sowie Wiederaufnahmen, Gastspiele, Extras und Fremdveranstaltungen. Im Jahr zeigt das Schauspielhaus rund 600 Vorstellungen, bei einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 1500 Plätzen.
Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz. Zehn Neuinszenierungen pro Saison stehen auf dem Spielplan, fast täglich wird auf der Pfauenbühne gespielt. Neben bekannten Klassikern – Antike, Shakespeare-Zeit, deutsche Klassik und klassische Moderne – sind vermehrt auch neue Stücke und Uraufführungen Teil des Pfauen-Repertoires.
Im Untergeschoss des Pfauen betreibt das Schauspielhaus eine weitere kleine Theaterbühne – die Kammer: Im Sommer 2006 wurde sie umgebaut und neu ausgestattet und bietet nun Platz für ca. 70 Zuschauer. Junge Regisseure und Regieassistenten haben hier die Möglichkeit, mit dem Ensemble eigene Handschriften zu erproben.
An der Theaterkasse im Pfauen-Foyer können Sie Karten für alle Veranstaltungen des Schauspielhauses erwerben, für den Pfauen wie für den Schiffbau.